Der Wahnsinn hat METØD! – Die Geschichte einer Einbauküche.
Teil 1 – Der Plan
Tochter will eine neue Küche!
Eigentlich keine neue Küche, sie wünscht sich nur mehr Stauraum.
Und endlich mehr Platz zum Schälen, Mixen und für all den Küchenkram, der bislang ausgelagert war.
Die Küche ist schmal, ein normaler Tisch passt nicht hinein.
Aber Unter- und Hängeschränke.
Und eine zweite Arbeitsplatte!
Vorsorglich erstelle ich Skizzen.
Auf einem alten Briefumschlag.
Mit allen Maßen.
Dann verlege ich den Umschlag.
Schließlich nimmt Flavia die Maße noch einmal auf.
Aber sind die auch verlässlich?
Dann findet Tochter die Skizzen wieder.
Auf meinem Schreibtisch.
Sicherheitshalber scanne ich sie ins Handy – better safe than sorry!
„Wann fahren wir endlich zu IKEA?“ – Diesen Satz höre ich danach täglich. Auch wenn ich weghöre.
„Wenn DEIN Sondervermögen eintrudelt!“, lautet meine Standardantwort. Ohne Moos nix los, wende ich ein. Wir wären schließlich keine Rockefeller!
In Wahrheit graut mir vor dem Einkauf. Und dem Zusammenbau. Hab da so meine Erfahrungen mit dem schwedischen Möbelhaus.
Irgendwann jedoch meldet Töchterchens Account ausreichend Deckung.
Nein, kein Bankirrtum zu ihren Gunsten, die ersten Gehälter gehen ein. Inklusive Nachzahlungen! HEJ, was kostet die Welt! Umgehend setzen Begehrlichkeiten ein.
Weil auch die spendabelste aller Mütter mich drängt, es endlich mit dem Möbelgiganten aufzunehmen, gebe ich klein bei: Montag, ganz bestimmt aber Dienstag. Oder Mittwoch, wenn nichts dazwischen kommt!
Also gut, bestimmen zwei Drittel der Familie: Montag! Aus der Nummer gibt es, scheint’s, kein Entrinnen mehr. Meine Schonfrist ist abgelaufen.
Noch früh am Montagmorgen biegen wir ein ins IKEA-Parkhaus. Kreiselnd erklimmen wir das Parkdeck. Kenn ich noch vom Segelfliegen, wenn man in den Bart (Aufwind) reindreht.
Oben suchen wir einen Parkplatz. Die Wahl fällt nicht leicht, gefühlt sind hunderte frei – wie soll man sich da entscheiden?
Wir schnappen uns einen Aufzug. Auch so’n IKEA-Ding – erst mit dem Auto ganz nach oben, dann mit dem Aufzug wieder ganz nach unten. Na, wenigstens muss ich nicht laufen.
Unten schnappen wir uns einen fahrbaren Einkaufskørb, dann wieder rein in den Aufzug und nochmal ganz nach oben – erklär mir einer IKEA!
Neben der Kløpsausgabe geht’s in die Möbelabteilung. Auch wenn man weiß, was man möchte, man muss sich durch das gesamte IKEA-Sortiment kämpfen. Und durch orientierungslose Kundenströme. Obwohl, momentan ist IKEA noch wohltuend leer. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit – allen Ablenkungen zum Trotz sind gerade mal zwei Stunden vergangen – docken wir am Küchenschalter an.
Ob er uns weiterhelfen könne, fragen wir den Informanten mit dem HEJ-Aufdruck auf seinem gelben T-Shirt. Der Küchenplaner mache gerade Pause, erfahren wir.
Gute Idee, finden wir, wir hätten auch ein leichtes Hungergefühl. Also ab ins Restaurant.
Eigentlich hat das eher den Charme einer Kantine, aber ‚Restaurant‘ rechtfertigt natürlich deutlich höhere Preise für Speis und Trank.
Wir wählen Huhn – bei den Køttbullar bin ich nicht sicher, ob nicht vielleicht doch übriggebliebene Sägespäne aus dem Möbelbau verarbeitet wurden.
Apropos Preise – wie hoch wären die wohl erst, wenn das Essen heiß wäre und schmecken würde? Huhn jedenfalls kann selbst McDingens besser. Pommes auch – und das will was heißen!
Der noch halbvolle Teller wandert zurück in den Kreislauf und ich schone mein Gewissen wegen zu hoher Kalorienzufuhr. Hat alles was Gutes.
In der Küchenabteilung treffen wir eine reizende Planerin. Wie wir hat auch sie das Essen glücklich überlebt. Schlank ist sie auch. Sollte ich vielleicht eine IKEA-Diät erwägen?
Wir tragen unsere Wünsche vor: eine laaange Arbeitsplatte. Oben drüber und unten drunter Schränke. So viel Stauraum wie möglich.
Ob wir die Maße der Küche hätten?
Ja klar, auf meinem Handy. Das Display mit den Skizzen blinkt kurz auf, dann ist Akku-Ende. War so was von klar – heute ist anscheinend Welt-Murphy-Tag. Typisch.
Ich hätte die Maße doch sicher im Kopf?
Klar, ungefähr drei Meter auf zwofuffzich.
Ah ja – ungefähr wäre aber eher was für … ob wir schon einen Account hätten?
Ja, ich erinnere mich vor Jahren ein Family-Konto erstellt zu haben. Sogar die hinterlegte E-Mailadresse ist mir noch gegenwärtig.
Die nette Frau findet tatsächlich mein Konto: „Ich sehe gerade, in Ihrem Account ist bereits ein Plan hinterlegt: ‚Flavias Küche‘ – kann es sein, dass …?“
Ich starre ungläubig auf den Bildschirm. Tatsächlich, das ist ein Plan der Küche – mein Plan! In 3-D, fein säuberlich mit allen Maßen. Sogar mit Elektrogeräten. Wann hab‘ ich denn den …?
Tochter schaut mich zweifelnd an: „Du lässt mich alles ausmessen und hattest bereits einen fertigen Plan!?“
Tja, eine präzise Vorbereitung ist die halbe Miete! Das vereinfacht die Sache ungemein. In knapp zwanzig Minuten ist alles erledigt.
Die Arbeitsplatte kommt per Spedition, die passt beim besten Willen nicht in den Kombi. Die Physik setzt nun mal Grenzen.
Jetzt noch schnell durch die restlichen Verführ-Abteilungen (Ooch guck mal, die süßen Plüschtiere) und schon fünf Minuten später wären wir an der Kasse!
Von wegen – natürlich kommt keine Kreditkarte ungefleddert durch den IKEA-Parcours!
Da gibt es Teller, Tassen, Töpfe, Pfannen, Bestecke, gaaaanz zauberhafte Vorhänge und all diese praktischen Küchenhelfer. Mit denen da können Topfdeckel endlich senkrecht stehen, guck mal, ein echtes Platzsparwunder!
Und so wächst stetig und unaufhaltsam euer Sondervermögen, denn selbstredend beteiligt man sich an Töchterchens Glückseligkeit. Ist ja nur Geld …
Schon erstaunlich, wie schnell das heutzutage abläuft: Bitte halten Sie Ihre Karte an diesen kleinen Apparat und schwups – ist das Geld weg!
Nein, nicht weg, nur woanders. Dafür gehört dir jetzt ein dreiviertel Kubikmeter küchenfertige Spanplatte.
Musst du nur noch aufbauen. Aber dazu musst du die Sachen erst einmal irgendwie nach Hause schaffen.
Wo kriegt man das Zeug eigentlich ausgehändigt?
An der Warenausgabe, hatte die freundliche Frau gesagt.
Unsere Nummer sei die 7610.
Ah, da – gleich hinter der Kasse, wo all die vielen Leute stehen.
Oben blinken Zahlenkombinationen wie „X304“, „K2334“ und so weiter.
Wir warten gespannt auf unsere.
Ab jetzt wandert dein Blick alle zehn Sekunden zur Anzeige.
Immer neue Ziffernfolgen tauchen auf.
Nur nicht deine.
Wir machen es uns auf einem großzügig dimensionierten Ledersofa bequem. Das gefiele ihr eigentlich auch sehr gut, meint Tochter.
Ich bekomme Schnappatmung. Erstens passt das Ding niemals ins Auto.
Zweitens gehe ich da bestimmt nicht mehr rein. Bin froh, dass ich hier sitze.
Und drittens sollten wir erst mal die Füllstande unserer Konten prüfen.
Weil nichts anderes zu tun ist, vertreiben wir uns die Zeit damit, zu raten, was die vorübermäandernden IKEAsten gekauft haben? Bestimmt mehr, als sie eigentlich vorhatten.
Nach einer Stunde frage ich am Schalter nach, wann denn unsere Nummer aufgerufen würde?
Eine nicht ganz so freundliche Dame meint sybillinisch, sicher bald. Das ginge automatisch, da könne sie nichts beschleunigen. Und wenn ich sie vom Arbeiten abhielte, dauerte es noch länger.
Das saß! Verschüchtert verkrieche ich mich wieder auf meinen Platz auf der Couch.
Der ist seltsam weich.
Die Dame unter mir beschwert sich.
Hatte sich in dem kurzen Moment meiner Abwesenheit meinen Platz gekrallt.
Tochter war gerade in der Porzellanabteilung. Dringende Geschäfte.
Das nächste Mal nehme ich ein „Besetzt/Occupied“-Schild mit.
Ich erhebe mich vom Schoß der Dame und entschuldige mich. Netterweise bietet sie mir den Platz neben sich an. Ich quetsche mich so gut es geht neben sie. Die Dame ist etwas voluminös.
Nach einer weiteren Stunde wage ich einen zweiten Anlauf,
An einem anderen Schalter.
Bei einer anderen Dame.
Die ist netter. – „Zeigen Sie mir mal Ihre Nummer.“
Ich gebe ihr meinen Abholschein.
Nein, keinen Abholschein, die Servicenummer, die ich am Automaten gezogen hätte!
Servicenummer? Automat? Ich habe nur diesen Abholschein?
Die Dame kriegt einen Lachflash.
Abholschein? Da müsse ich zur Warenausgabe! Die sei in einem anderen Gebäude. Wir wären hier bei Reklamation & Retouren!
Ein schneller Blick ins System sagt ihr, dass unser Auftrag seit über einer Stunde abholbereit ist. Freundlicherweise erklärt sie uns den Weg.
Beim Warenausgang der nächste Schock: die Palette ist riesig und vollgepackt mit Kartons. Die größten sind über zwei Meter lang.
Meine Laune fällt in sich zusammen wie ein Soufflé. Das kriegen wir doch nie alles in den Astra! Und dazu noch all die Sachen, die wir zusätzlich gekauft haben – ich stehe kurz vor einer totalen Kapitulation.
Ach was, das packen wir schon, versucht Tochter die Stimmung zu heben.
Das Verstauen der Kartons in ihren Astra-Kombi ist eine echte Herausforderung und dauert gefühlt nochmal so lange wie der Einkauf.
Einladen – ach Mist, geht nicht – ausladen, neu laden, wieder umladen. Ich überlege ernsthaft, ob ich Töchterchens Platz für ein Küchenelement opfern soll. Nee, das geht nicht! Ist wie bei den Ledernacken: man lässt niemanden zurück – auch nicht Familie! Sorry, erst recht nicht Familie! Ihre Mutter würde mir was erzählen – nachdem sie mir den Kopf abgerissen hat!
Irgendwie und wider Erwarten passt dann doch alles hinein. Etwas verkehrswidrig, aber immerhin. Gut, Tochter hängt in ihrem Sitz wie der sprichwörtliche Affe auf dem Schleifstein, aber wer Küche will, muss leiden! Etwaige Haltungsschäden repariert der freundliche Orthopäde zuhause.
Vorsichtig schließt du die Heckklappe deines Lastesels – perfekt, du hast sogar noch anderthalb Zentimeter Spiel. Wer sagt’s denn!
Mit Schleichfahrt geht’s ab nach Hause. Nur jetzt nicht in eine Radarfalle geraten, das würde teuer!
Eine Dreiviertelstunde später kommen wir an. Eine weitere Stunde später – Flavia kann inzwischen sogar wieder gerade stehen – sind alle Kartons im Haus und harren der Dinge, die da kommen.
Aber erst morgen.
Oder übermorgen.
Muss erst den nächsten Motivationsschub abwarten.
Und wieder zu Kräften kommen!
Auch mental.
IKEA schlaucht.
… to be continued …
Read in:
Madness Has METØD! –
The Story of a Fitted Kitchen.
Part 1 – The Plan
Daughter wants a new kitchen!
Well, not really a new kitchen. What she actually wants is more storage space.
And finally enough room for peeling, blending, and all the kitchen clutter that until now had been exiled elsewhere.
The kitchen is narrow. A normal table won’t fit in there.
Base cabinets and wall cabinets, though?
No problem.
And a second countertop, too!
To be on the safe side, I make sketches.
On an old envelope.
With all the measurements.
Then I lose the envelope.
Eventually Flavia measures everything again.
But can those measurements be trusted?
Then daughter finds the sketches again.
On my desk.
Just to be safe, I scan them into my phone — better safe than sorry!
“So when are we FINALLY going to IKEA?”
From that moment on, I hear this sentence every single day.
Even when I pretend not to.
“When YOUR special fund comes in!” becomes my standard reply.
No cash, no splash, I argue.
We’re not Rockefellers, after all!
Truth be told, the shopping trip fills me with dread.
The assembly even more so.
Let’s just say I’ve had my experiences with the Swedish furniture giant.
Eventually, however, daughter’s account balance starts looking healthy enough.
No bank error in her favor — the first paychecks are arriving.
Back pay included!
HEJ — suddenly it feels like money has no limits.
Naturally, new desires emerge immediately.
And because even the most generous of all mothers keeps pressuring me to finally face the furniture colossus, I cave in:
Monday.
Definitely Tuesday.
Or Wednesday, if nothing gets in the way.
Fine then, decree two thirds of the family: Monday!
Apparently there’s no escaping this anymore.
My grace period has expired.
Early Monday morning we turn into the IKEA parking garage.
Round and round we spiral upward toward the upper deck.
Reminds me of gliding — circling into a thermal.
Up top we look for a parking spot.
Not an easy choice: there must be hundreds available.
How’s anyone supposed to decide?
We grab an elevator.
Another classic IKEA concept:
first drive all the way up, then take the elevator all the way down again.
Well, at least I don’t have to walk.
Downstairs we grab a rolling shopping basket, then back into the elevator and all the way up again.
Someone explain IKEA to me.
Right next to the meatball distribution zone begins the furniture department.
Even if you know exactly what you want, you still have to fight your way through the entire IKEA universe.
And through rivers of disoriented customers.
Though to be fair, IKEA is still pleasantly empty at the moment.
After a comparatively short time — despite all distractions, only about two hours have passed — we dock at the kitchen planning counter.
We ask the information guy with HEJ printed across his yellow shirt whether he can help us.
Turns out the kitchen planner is currently on break.
Fair enough, we decide.
We’re feeling slightly hungry ourselves.
Off to the restaurant.
Which really has all the charm of a cafeteria.
But naturally, calling it a “restaurant” justifies significantly higher prices for food and drink.
We choose chicken.
As for the Køttbullar, I’m not entirely convinced they aren’t partly made from leftover sawdust from the furniture department.
Speaking of prices — imagine what they’d charge if the food were actually hot. Or tasty.
Even McWhatever does chicken better.
And fries too — which is saying something.
The still-half-full tray disappears back into circulation, while I comfort my conscience over the calories saved.
Every cloud has a silver lining.
Back in the kitchen department we meet a charming planner.
Like us, she appears to have survived the meal unharmed.
She’s slim, too.
Maybe I should consider the IKEA diet.
We explain our wishes:
one loooong countertop.
Cabinets above and below.
As much storage space as humanly possible.
Do we happen to have the kitchen measurements?
Of course.
On my phone.
The display with the sketches lights up briefly.
Then the battery dies.
Obviously.
Today appears to be International Murphy’s Law Day.
Typical.
Surely I know the measurements by heart?
Naturally.
About three meters by two-fifty.
Ah.
“Well, approximately” might be a little vague…
Do we perhaps already have an IKEA account?
Actually yes.
Years ago I created a Family account.
I even still remember the email address connected to it.
The friendly woman actually finds my account.
“I can see there’s already a saved plan here: ‘Flavia’s Kitchen.’ Could it be that…?”
I stare at the screen in disbelief.
It really is a kitchen plan.
My kitchen plan!
In 3D, carefully laid out with every measurement.
Even including appliances.
When on earth did I…?
Daughter eyes me suspiciously.
“You made me measure EVERYTHING while you already had a complete kitchen plan!?”
Well, meticulous preparation is half the battle!
And suddenly everything becomes remarkably simple.
Within twenty minutes we’re done.
The countertop will be delivered by freight carrier.
No chance it’ll fit into the station wagon.
Physics does occasionally impose limits.
Now just a quick stroll through the remaining temptation departments — “Ooooh look, those cute plushies!” — and five minutes later we should be at the checkout!
Yeah right.
No credit card survives the IKEA obstacle course untouched.
There are plates, mugs, pots, pans, cutlery, utterly adorable curtains, and all those practical kitchen gadgets.
“With this one, pot lids can finally stand upright! Look — an actual space-saving miracle!”
And so your special fund steadily and relentlessly grows.
Because naturally you contribute to daughter’s happiness too.
After all, it’s only money…
Remarkable how quickly things work these days:
Please hold your card against this little device and — poof — the money’s gone.
Well, not gone.
Just somewhere else now.
In return, you now own three quarters of a cubic meter of kitchen-ready particle board.
All you have to do is assemble it.
But first you somehow need to get it home.
Where exactly do you collect this stuff anyway?
“At goods pickup,” the friendly woman had said.
Our number was 7610.
Ah yes — over there, just behind the checkout, where all those people are standing.
Overhead blink mysterious combinations like “X304,” “K2334,” and so on.
We wait eagerly for ours.
From this moment on, your eyes drift to the display every ten seconds.
New number sequences appear constantly.
Just never yours.
We make ourselves comfortable on an extravagantly oversized leather sofa.
Daughter remarks that she actually likes it very much.
I begin hyperventilating.
First: that thing will NEVER fit in the car.
Second: I’m certainly not going back in there.
I’m happy enough just sitting here.
And third: perhaps we should first check the state of our bank accounts.
Since there’s nothing else to do, we entertain ourselves by guessing what all the wandering IKEA pilgrims have bought.
Almost certainly more than they originally intended.
After an hour I ask at the counter when our number might finally be called.
A not especially friendly woman replies in sibylline fashion:
probably soon.
The system is automatic, she says.
Nothing can be sped up.
And if I keep distracting her from her work, it’ll take even longer.
That landed.
Intimidated, I retreat back to my place on the couch.
Oddly soft, that couch.
The lady beneath me complains.
Apparently during my brief absence she had claimed my seat.
Daughter was in the porcelain department.
Urgent business.
Next time I’m bringing an “Occupied” sign.
I rise from the lady’s lap and apologize.
Kindly, she offers me the seat beside her instead.
I squeeze myself in as best I can.
The lady is somewhat… generously proportioned.
After another hour I attempt a second approach.
At another counter.
With another woman.
She’s nicer.
“Show me your number.”
I hand her my pickup slip.
“No, not the pickup slip. The service number you took from the machine.”
Service number?
Machine?
I only have this pickup slip.
The woman bursts into laughter.
Pickup slip?
Then I should be at goods pickup!
That’s in another building.
This here is Complaints & Returns!
A quick glance into the system reveals that our order has actually been ready for pickup for over an hour.
Thankfully she explains the way.
At the goods pickup area comes the next shock:
the pallet is gigantic and stacked with boxes.
The largest ones are over two meters long.
My mood collapses like a soufflé.
There’s no way all this is fitting into the Astra!
Not with all the extra stuff we bought on top of it.
I stand on the brink of total surrender.
“Oh come on, we’ll manage,” daughter tries to cheer me up.
Loading all the boxes into her Astra station wagon becomes a genuine challenge.
It feels like it takes just as long as the entire shopping trip.
Load in — damn, doesn’t fit — unload — reload — reshuffle everything again.
I briefly consider sacrificing daughter’s seat for a kitchen cabinet.
No.
Can’t do that.
It’s like with the Marines: nobody gets left behind.
Not even family!
Sorry — especially not family!
Her mother would have words with me.
After ripping my head off first.
And somehow — against all expectations — everything actually fits.
Somewhat illegally, perhaps, but still.
Granted, daughter is wedged into her seat like the proverbial monkey on a grindstone, but anyone wanting a kitchen must suffer!
Any posture damage can later be fixed by the friendly orthopedic specialist back home.
Carefully you close the tailgate of your overloaded beast of burden.
Perfect.
You even still have a centimeter and a half to spare.
There you go!
We crawl home at snail’s pace.
Just don’t get caught in a speed trap now — that would get expensive.
Three quarters of an hour later we arrive home.
Another hour later — Flavia can once again stand upright by now — all the boxes are finally inside the house, awaiting whatever comes next.
But tomorrow.
Or maybe the day after.
First I need to wait for the next wave of motivation.
And recover my strength.
Mentally too.
IKEA is exhausting.
… to be continued …
Il delirio ha METØD! –
La storia di una cucina componibile.
Parte 1 – Il piano
La figlia vuole una cucina nuova!
Be’, non proprio nuova: vorrebbe solo più spazio.
E finalmente un po’ più di superficie per sbucciare, frullare e sistemare tutta quella roba da cucina che finora era sparsa ovunque.
La cucina è stretta, un tavolo normale non ci sta.
Ma mobili bassi e pensili sì.
E anche un secondo piano di lavoro!
Per sicurezza preparo degli schizzi.
Su una vecchia busta da lettere.
Con tutte le misure.
Poi perdo la busta.
Alla fine Flavia prende di nuovo tutte le misure.
Ma saranno affidabili?
Poi la figlia ritrova gli schizzi.
Sulla mia scrivania.
Per sicurezza li scannerizzo sul telefono — better safe than sorry!
«Quando andiamo finalmente all’IKEA?»
Da quel momento sento questa frase ogni giorno. Anche quando faccio finta di non sentire.
«Quando arriverà il TUO fondo speciale!» è la mia risposta standard.
Senza soldi non si canta messa, obietto io. Mica siamo i Rockefeller!
La verità è che l’idea dell’acquisto mi terrorizza.
E ancora di più il montaggio.
Con il colosso svedese dei mobili ho già avuto le mie esperienze.
A un certo punto però il conto della figliola torna finalmente in salute.
Nessun miracolo bancario: arrivano i primi stipendi. Con tanto di arretrati. HEJ — per un attimo sembra che il portafoglio non abbia più fondo. E subito riaffiorano le voglie.
E siccome persino la più generosa di tutte le madri insiste perché io affronti finalmente il gigante del mobile, cedo: lunedì, sicuramente martedì. O mercoledì, se non succede niente.
E va bene, decretano i due terzi della famiglia: lunedì!
Pare non ci sia più via di fuga. Il periodo di grazia è finito.
... to be continued ...
De waanzin heeft METØD! –
Het verhaal van een inbouwkeuken.
Deel 1 – Het plan
Dochter wil een nieuwe keuken!
Nou ja, niet echt een nieuwe keuken.
Ze wil vooral meer opbergruimte.
En eindelijk genoeg plek om te schillen, te mixen en al die keukenspullen kwijt te kunnen die tot nu toe elders stonden opgeslagen.
De keuken is smal.
Een normale tafel past er niet in.
Onder- en bovenkastjes wel.
En een tweede werkblad ook!
Voor de zekerheid maak ik schetsen.
Op een oude envelop.
Met alle maten erbij.
Vervolgens raak ik de envelop kwijt.
Daarna neemt Flavia de maten nog een keer op.
Maar zijn die wel betrouwbaar?
Dan vindt dochter de schetsen terug.
Op mijn bureau.
Voor alle zekerheid scan ik ze in op mijn telefoon — better safe than sorry!
“Wanneer gaan we nou eindelijk naar IKEA?”
Vanaf dat moment hoor ik die zin dagelijks.
Ook als ik doe alsof ik hem niet hoor.
“Zodra JOUW speciale potje binnenkomt!” luidt mijn standaardantwoord.
Zonder poen geen doen, werp ik tegen.
We zijn tenslotte geen Rockefellers!
In werkelijkheid zie ik op tegen die aankoop.
En tegen het in elkaar zetten al helemaal.
Met het Zweedse meubelhuis heb ik zo mijn ervaringen.
Op een gegeven moment meldt dochters rekening echter voldoende dekking.
Geen bankfout in haar voordeel — de eerste salarissen komen binnen.
Inclusief nabetalingen!
HEJ — ineens lijkt het alsof de portemonnee geen bodem meer heeft.
En meteen borrelen de verlangens weer op.
Omdat ook de meest gulle van alle moeders mij aanspoort om het nu eindelijk eens tegen de meubelgigant op te nemen, geef ik toe:
maandag.
Zeker dinsdag.
Of woensdag, als er niets tussenkomt.
Goed dan, besluiten twee derde van het gezin: maandag!
Aan deze zaak valt blijkbaar niet meer te ontsnappen.
Mijn uitstel van executie is voorbij.
Nog vroeg op maandagochtend draaien we de IKEA-parkeergarage in.
Rondjes draaiend klimmen we naar het parkeerdek.
Ken ik nog van het zweefvliegen, als je een bel — een stijgstroom — indraait.
Boven zoeken we een parkeerplek.
De keuze valt niet mee: gevoelsmatig zijn er honderden vrij.
Hoe moet je dan kiezen?
We pakken een lift.
Ook zo’n IKEA-ding:
eerst met de auto helemaal naar boven, daarna met de lift weer helemaal naar beneden.
Nou ja, ik hoef tenminste niet te lopen.
Beneden pakken we een verrijdbare winkelkørf, dan weer de lift in en opnieuw helemaal naar boven.
Leg mij IKEA maar eens uit.
Naast de kløpsuitgifte begint de meubelafdeling.
Zelfs als je weet wat je wilt, moet je je door het volledige IKEA-assortiment heen worstelen.
En door stromen richtingloze klanten.
Hoewel, op dit moment is IKEA nog weldadig leeg.
Na betrekkelijk korte tijd — ondanks alle afleidingen zijn er pas twee uur voorbij — meren we aan bij de keukenbalie.
We vragen de informant met HEJ op zijn gele T-shirt of hij ons kan helpen.
De keukenplanner heeft net pauze, horen we.
Goed idee, vinden wij.
Wij hebben ook lichte trek.
Dus op naar het restaurant.
Eigenlijk heeft het meer de charme van een kantine.
Maar “restaurant” rechtvaardigt natuurlijk aanzienlijk hogere prijzen voor eten en drinken.
We kiezen kip.
Bij de Køttbullar weet ik niet zeker of daar misschien toch overgebleven zaagsel uit de meubelbouw in verwerkt is.
Over prijzen gesproken — hoe hoog zouden die wel niet zijn als het eten warm was en ook nog smaakte?
Kip kan zelfs McDinges beter.
Friet ook — en dat wil wat zeggen.
Het nog halfvolle bord verdwijnt terug de kringloop in en ik spaar mijn geweten wegens te hoge calorie-inname.
Elk nadeel heeft zijn voordeel.
In de keukenafdeling ontmoeten we een charmante planner.
Net als wij heeft ook zij de maaltijd gelukkig overleefd.
Slank is ze ook.
Misschien moet ik een IKEA-dieet overwegen.
We leggen onze wensen voor:
een laaaang werkblad.
Daarboven en daaronder kastjes.
Zo veel mogelijk opbergruimte.
Of we de maten van de keuken bij ons hebben?
Jazeker.
Op mijn telefoon.
Het scherm met de schetsen licht even op.
Dan is de batterij dood.
Natuurlijk.
Vandaag is kennelijk Wereld-Murphy-dag.
Typisch.
Ik heb de maten toch zeker wel in mijn hoofd?
Natuurlijk.
Ongeveer drie meter bij twee-vijftig.
Aha.
“Ongeveer” is misschien meer iets voor…
Of we al een account hebben?
Ja, ik herinner me dat ik jaren geleden een Family-account heb aangemaakt.
Zelfs het bijbehorende e-mailadres staat me nog bij.
De aardige vrouw vindt mijn account inderdaad.
“Ik zie dat er al een plan in uw account staat: ‘Flavia’s keuken’. Kan het zijn dat…?”
Ik staar ongelovig naar het scherm.
Inderdaad, dat is een keukenplan.
Mijn keukenplan!
In 3D, keurig met alle maten.
Zelfs met elektrische apparaten.
Wanneer heb ik dat in vredesnaam…?
Dochter kijkt me wantrouwig aan.
“Jij laat mij alles opmeten terwijl je al een compleet plan had liggen!?”
Tja, een nauwkeurige voorbereiding is het halve werk!
Dat maakt de zaak ineens een stuk eenvoudiger.
Binnen twintig minuten is alles geregeld.
Het werkblad komt per transporteur.
Dat past met geen mogelijkheid in de stationwagen.
De natuurkunde stelt nu eenmaal grenzen.
Nu nog snel door de resterende verleidingsafdelingen — “Ooh kijk nou, die schattige knuffels!” — en vijf minuten later zouden we bij de kassa zijn!
Mooi niet.
Natuurlijk komt geen enkele creditcard ongehavend door het IKEA-parcours.
Daar zijn borden, mokken, pannen, koekenpannen, bestek, o zo betoverende gordijnen en al die handige keukenhulpjes.
“Daarmee kunnen pannendeksels eindelijk rechtop staan, kijk, een echt ruimtewonder!”
En zo groeit jullie speciale potje gestaag en onverbiddelijk.
Want vanzelfsprekend draag je bij aan dochters gelukzaligheid.
Het is tenslotte maar geld…
Wonderlijk hoe snel dat tegenwoordig gaat:
houd uw kaart even tegen dit kleine apparaatje en hop — het geld is weg.
Nee, niet weg.
Alleen ergens anders.
Daarvoor bezit je nu drie kwart kubieke meter keukenklaar spaanplaat.
Je hoeft het alleen nog maar in elkaar te zetten.
Maar eerst moet je de boel op de een of andere manier thuis zien te krijgen.
Waar krijg je die spullen eigenlijk mee?
Bij de goederenuitgifte, had de vriendelijke vrouw gezegd.
Ons nummer is 7610.
Ah, daar — meteen achter de kassa, waar al die mensen staan.
Boven knipperen cijfer- en lettercombinaties als “X304”, “K2334” enzovoort.
We wachten gespannen op de onze.
Vanaf nu dwaalt je blik elke tien seconden naar het bord.
Steeds nieuwe reeksen verschijnen.
Alleen de jouwe niet.
We maken het ons gemakkelijk op een royaal bemeten leren bank.
Die vindt ze eigenlijk ook wel erg mooi, zegt dochter.
Ik krijg het Spaans benauwd.
Ten eerste past dat ding nooit in de auto.
Ten tweede ga ik daar beslist niet meer naar binnen.
Ik ben blij dat ik hier zit.
En ten derde moeten we eerst maar eens de vulstand van onze rekeningen controleren.
Omdat er verder niets te doen is, doden we de tijd door te raden wat de voorbij meanderende IKEAsten gekocht hebben.
Vast meer dan ze oorspronkelijk van plan waren.
Na een uur vraag ik aan de balie wanneer ons nummer dan eindelijk wordt omgeroepen.
Een niet bepaald vriendelijke dame antwoordt sibillijns:
vast binnenkort.
Dat gaat automatisch, daar kan zij niets aan versnellen.
En als ik haar van haar werk houd, duurt het alleen maar langer.
Die kwam binnen.
Geïntimideerd kruip ik terug naar mijn plek op de bank.
Die is vreemd zacht.
De dame onder mij protesteert.
Ze had in dat korte moment van mijn afwezigheid mijn plek ingepikt.
Dochter was net in de porseleinafdeling.
Dringende zaken.
De volgende keer neem ik een bordje “Bezet/Occupied” mee.
Ik sta op van de schoot van de dame en bied mijn excuses aan.
Vriendelijk biedt ze me de plek naast haar aan.
Ik wurm me er zo goed en zo kwaad als het gaat naast.
De dame is wat volumineus.
Na nog een uur waag ik een tweede poging.
Aan een andere balie.
Bij een andere dame.
Die is aardiger.
“Laat u mij uw nummer eens zien.”
Ik geef haar mijn afhaalbewijs.
“Nee, niet het afhaalbewijs. Het servicenummer dat u uit de automaat hebt gehaald.”
Servicenummer?
Automaat?
Ik heb alleen dit afhaalbewijs.
De dame krijgt een lachaanval.
Afhaalbewijs?
Dan moet ik naar de goederenuitgifte!
Die zit in een ander gebouw.
Wij zijn hier bij klachten en retouren!
Een snelle blik in het systeem leert haar dat onze bestelling al meer dan een uur klaarstaat.
Vriendelijk legt ze ons de weg uit.
Bij de goederenuitgang volgt de volgende schok:
de pallet is enorm en volgestapeld met dozen.
De grootste zijn meer dan twee meter lang.
Mijn stemming zakt in elkaar als een soufflé.
Dit krijgen we toch nooit allemaal in de Astra!
En dan ook nog al die extra spullen die we hebben gekocht.
Ik sta op het punt volledig te capituleren.
Ach wat, dat lukt ons wel, probeert dochter de stemming op te krikken.
Het opbergen van de dozen in haar Astra stationwagen blijkt een echte uitdaging.
Gevoelsmatig duurt het nog eens net zo lang als het winkelen zelf.
Inladen — verdorie, past niet — uitladen — opnieuw laden — weer anders stapelen.
Ik overweeg serieus om dochters zitplaats op te offeren voor een keukenelement.
Nee.
Dat kan niet.
Het is net als bij de mariniers: je laat niemand achter.
Ook familie niet!
Sorry, juist familie niet!
Haar moeder zou me wat vertellen.
Nadat ze me eerst de kop had afgerukt.
Op de een of andere manier, tegen alle verwachting in, past alles er toch in.
Een beetje verkeersrechtelijk twijfelachtig, maar vooruit.
Goed, dochter hangt in haar stoel als de spreekwoordelijke aap op de slijpsteen, maar wie een keuken wil, moet lijden!
Eventuele houdingsschade repareert de vriendelijke orthopedisch specialist thuis wel.
Voorzichtig sluit je de achterklep van je lastdier.
Perfect.
Je hebt zelfs nog anderhalve centimeter speling.
Zie je wel!
In slakkengang gaan we naar huis.
Nu vooral niet in een flitscontrole terechtkomen, dat zou duur worden.
Drie kwartier later komen we aan.
Nog een uur later — Flavia kan inmiddels zelfs weer rechtop staan — staan alle dozen in huis en wachten op wat komen gaat.
Maar pas morgen.
Of overmorgen.
Eerst moet ik wachten op de volgende motivatiegolf.
En weer op krachten komen.
Ook mentaal.